Ende Dezember 2019 starb die Schauspiellegende Jan Fedder. Verabschiedet haben ihn tausende von Fans, engste Freunde und natürlich seine Familie im Hamburger Michel. Nun erschien die Biografie „Unsterblich“ von Tim Pröse, die sofort auf Platz 1 der Spiegel-Beststellerliste landete. Grund genug, an diesem besonderen Tag, an dem ganz Hamburg den Atem anhielt, zurückzudenken. Es war uns eine Ehre, diese bedeutende Trauerfeier, die rund 1,8 Millionen Zuschauer live im Fernsehen verfolgten, mit zu organisieren.
Jan Fedder, eines der bemerkenswertesten Hamburger Originale, wäre an jenem 14. Januar 65 Jahre alt geworden. Dass es nicht dazu kam, war für den beliebten Schauspieler kein Grund, auf die Party zu verzichten. Jan, der immer von sich sagte, dass er hauptberuflich Mensch sei, wusste genau, wie das Ganze ablaufen sollte. Damit wurde mir nicht nur die Ehre zuteil, die Trauerfeier für eines der bemerkenswertesten Hamburger Urgesteine auszurichten. Sondern auch, dafür zu sorgen, dass alles – die Location, die Musik, die Deko, der Ablauf – genauso nach seinen Vorstellungen sein würde.
Und so fand die Trauerfeier im Michel statt, wo Hamburgs beliebtester Jung nicht nur getauft und konfirmiert worden war, sondern 20 Jahre zuvor seine Marion geheiratet hatte. Die knapp 2.000 Menschen, die sich zum Trauergottesdienst versammelt hatten, darunter Schauspiel-Kollegen, Kiez-Legenden, Musik- und Filmprominenz, umgab ein Meer aus Jans Lieblingsblumen: Der Mittelgang der Kirche bedeckt von Rosenblättern, links und rechts vom Altar kunstvolle Rosengestecke, der Sarg umhüllt von einem Teppich aus roten und pinkfarbenen Blüten.
Der Schmerz über den Verlust stand der Witwe ins Gesicht geschrieben. Marion trug ihn mit bewundernswerter Contenance und der Grandezza einer Jackie O. Gestützt auf die Hand von Jans bestem Freund Jörg, trat sie jenen Gang an, von dem sie später sagen wird, dass es der schwerste ihres Lebens war. Nachdem Pastor Alexander Röder durch den Gottesdienst geführt hatte, schilderten Volker Herres (Programmdirektor ARD), Lutz Marmor (Intendant NDR) und Polizeipräsident Ralf Martin Meyer in bewegenden Reden, wie sie Jan als Weggefährten und Menschen erlebten und was sie ihm zu verdanken haben.
Schließlich richtete Marion ihre letzten Worte an ihren geliebten Mann:
“Du warst meine Familie, mein Mann, mein Fels. Es wird nie wieder jemanden geben wie dich“. Ihren Jan beerdigen zu müssen, hier im Michel, tue ihr unendlich weh. „Nun muss ich dich auf deine letzte Reise schicken, einmal noch über die Reeperbahn, das hast du dir gewünscht. Und dann wirst du schlafen. Eine lange, lange Zeit. Und träumen. Von all den Dingen, die du erlebt hast. Mein lieber Jan, schlaf gut.“
Seine letzte Fahrt über die Reeperbahn trat Jan in einem Oldtimer an: Der verglaste Mercedes aus dem Jahr 1983 war ebenfalls mit Rosen geschmückt – beinahe wie ein Hochzeitsauto. Tausende von Fans säumten die Straßen und nahmen Abschied von “ihrem” Jan. Danach trafen sich die geladenen Gäste zur Abschiedsparty im Zwick, der Heimspielstätte des FC St.Pauli. Im Anschluss ging es weiter in die Ritze, wo Freunde, Familie und Weggefährten seinen 65. Geburtstag feierten. Man kann das irritierend finden. Aber nur, wenn man Jan nicht kannte. “Hamburg weint”, war auf einigen Beileidsbekundungen zu lesen – zurecht. Doch wer Jan gekannt hat, der weiß auch, dass Tränen über den Verlust zu kurz greifen, weil sie nicht annähernd beschreiben, was den Hamburger Jung ausgemacht hat.
Jan wäre an dem Tag 65 Jahre alt geworden. Er wollte das Leben feiern, nicht den Tod betrauern. So hatte er es bestellt, und so wurde es gemacht. Es heißt schließlich “letzter Wille”, nicht Wunsch. Die Trauerfeier für Jan war eine Mischung aus unterschiedlichsten Emotionen, zudem unkonventionell und authentisch, dabei stets würdevoll und berührend. Sie war der Beweis, dass es möglich ist, auch dem Abschied vom Leben einen heiteren Rahmen zu geben.
Ich finde, Jan hat Recht. Es ist eine wunderschöne Geste, das Leben zu feiern, das einer hinter sich lässt. Ist das Glück, ihn gekannt zu haben, etwa kein Grund zur Freude? Und soll man etwa nicht zeigen, dass der Schmerz über diesen Verlust einen verdammt guten Grund hat? Die Hinterbliebenen trauern und weinen, doch dann ändert sich die Stimmung und macht Platz für schöne Erinnerungen, für Zuversicht und Dankbarkeit. Alle rücken ein Stück zusammen, fühlen sich getröstet – und schauen nach vorn. Am Ende entsteht etwas Größeres als der Tod: eine schier grenzenlose Ansammlung an gemeinsamen Erlebnissen und Erinnerungen von allen Beteiligten – an jenen Menschen, der so viel mehr war als nur der eine, den man selbst erlebt und gekannt hat.
Der Tod ist die letzte Station des Lebens auf Erden, aber nicht die einzige. Geburtstag, Taufe, Kommunion, Hochzeit – das Leben hat viele Meilensteine zu bieten, und alle sind sie es wert, gefeiert zu werden. Dasselbe gilt für den Abschied vom Leben. Wie dieser Abschied abläuft, sollte zum Leben des Verstorbenen passen. Jan hat das Leben geliebt und ja, er hat es krachen lassen. Soll man einen wie ihn einfach beisetzen? Sicher nicht.
Jan hat dafür gesorgt, dass er so abtritt, wie er gelebt hat. Ihm diesen Wunsch zu erfüllen, war nicht nur eine große Ehre, sondern auch eine elementare Erfahrung. Im Grunde ist die Organisation einer Trauerfeier vergleichbar mit der einer Hochzeit: Wir halten dem Kunden den Rücken frei, vertreten seine Interessen und kümmern uns um alles. Wir sprechen mit den Bestattern, gestalten den Ablauf, organisieren die Location, die Kirche, den Geistlichen, Musik, Blumenschmuck, Security, Essen und Getränke. Der Unterschied: Innerhalb von 14 Tagen muss alles organisiert sein. Für die Beteiligten fühlt sich das an wie die reinste emotionale Druckbetankung: alles sofort, alles ohne Vorfreude, sondern mit einer zentnerschweren Seele. Da tut es gut, das sichere Gefühl zu haben: Ich mache das richtige. Die Hinterbliebenen dabei zu unterstützen, ist eine gute Sache, eine große Aufgabe – und am Ende genau das, was ich am besten kann.
+49 171 7544777 oder Mail an: info@fine-weddings.de oder rechts unten WhatsApp nutzen!
Eure Nadine

Photos: Zuzu Birkhof















